Chronische Schmerzen an Sehnen, Gelenken oder am Fuß können sich stark negativ auf die Lebensqualität auswirken. Dies kann dazu führen, dass alltägliche Schritte zur Herausforderung werden, sportliche Aktivitäten kaum noch möglich sind und die Lebensqualität spürbar leidet.
Die nicht-invasive Stoßwellentherapie stellt eine effektive Alternative zu operativen Eingriffen dar. Diese Behandlungsmethode nutzt energiereiche Schallwellen, um die körpereigenen Heilungsprozesse anzuregen, und das ohne operative Maßnahmen und ohne lange Ausfallzeiten. Die Methode wird bereits seit den 1980er Jahren in der Medizin eingesetzt und findet bei verschiedenen orthopädischen Beschwerden Anwendung. Sie kann vielen Patienten zu mehr Bewegungsfreiheit verhelfen.

Was ist Stoßwellentherapie? — Definition und Grundlagen
Die Stoßwellenbehandlung, medizinisch als extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bezeichnet, ist eine moderne Behandlungsmethode in der Orthopädie. Der Begriff \“extrakorporal\“ beschreibt eine Behandlungsmethode, bei der die Behandlung von außerhalb des Körpers, das heißt extrakorporal, erfolgt.
Stoßwellen sind mechanisch-akustische Druckimpulse mit hoher Energie. Im Vergleich zu herkömmlichen Ultraschallwellen zeichnen sie sich durch eine hohe Druckamplitude und eine kurze Impulsdauer aus. Während ein Ultraschallgerät kontinuierliche Schallwellen erzeugt, arbeitet ein Stoßwellentherapiegerät mit kurzen, intensiven Druckimpulsen.
Die Geschichte dieser Methode begann 1980 mit der Zertrümmerung von Nierensteinen. Dabei wurden Effekte auf den Bewegungsapparat zufällig entdeckt. Die Stoßwellenbehandlung findet seit 1989 Anwendung in der Orthopädie zur Behandlung von Sehnenansatzbeschwerden, verzögert heilenden Knochenbrüchen und Verkalkungen.
Wie funktioniert die Stoßwellentherapie? — Wirkungsweise erklärt
Physikalische Grundlagen
Die Erzeugung der Stoßwellen erfolgt durch verschiedene Verfahren:
- Elektromagnetische Erzeugung: Vergleichbar mit einem Lautsprecher, bei dem Spule und Membran kurze, kräftige Impulse erzeugen
- Piezoelektrische Erzeugung: Spezielle Keramikelemente dehnen sich durch Hochspannungsimpulse aus und erzeugen Druckwellen
- Elektrohydraulische Erzeugung: Funkenentladung unter Wasser erzeugt Stoßwellen
Die Wellen durchdringen Haut, Muskeln und Fettgewebe, ohne diese zu verletzen. Ihre Energie wird erst bei Kontakt mit festem Widerstand freigesetzt, wie beispielsweise Verkalkungen, Knochen oder verhärtetes Sehnengewebe.
Biologische Wirkungsmechanismen
Die Stoßwellenbehandlung kann verschiedene Prozesse im Körper auslösen. Die Wirkungsweise beruht auf mehreren Mechanismen:
- Anregung der Durchblutung und des Stoffwechsels
- Stimulation der Mikrozirkulation und des Lymphabflusses
- Mögliche Bildung von Wachstumsfaktoren für Knochen- und Knorpelgewebe
- Reduktion von Substanz P, einem Neurotransmitter der Schmerzweiterleitung
- Zertrümmerung von Verkalkungen in feine Partikel
- Potenzielle Anregung der Neubildung von Blutgefäßen
Diese biologischen Reaktionen können die Geweberegeneration beschleunigen und zu einer Schmerzlinderung beitragen.
Fokussiert vs. Radial — Die zwei Behandlungsarten
Die fokussierte Stoßwellentherapie ermöglicht die gezielte und punktgenaue Anwendung hochenergetischer Wellen auf die betroffene Stelle. Die Eindringtiefe beträgt bis zu 15 Zentimeter, sodass auch tiefliegende Strukturen erreicht werden können. Diese Methode findet vor allem bei:
- Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
- Pseudoarthrosen (verzögerte Knochenbruchheilung)
- Tiefliegende Verkalkungen
- Hüfte (Trochanterverkalkungen)
- Schleimbeutelentzündung ( Bursitis)
- Sehnen Degeneration ( Tendinitis oder Tendinosis)
- Fersensporn oder Plantar Fasziitis
- Tennisellenbogen
Radiale Stoßwellen breiten sich flächiger aus und wirken hauptsächlich an der Oberfläche. Sie sind energieärmer und kommen zum Einsatz bei:
- Muskelverhärtung und Triggerpunkten
- Oberflächlichen Sehnenreizungen
- Myofaszialen Schmerzen
Anwendungsgebiete — Bei welchen Beschwerden wird die Stoßwellentherapie eingesetzt?
Häufigste Indikationen in der Orthopädie
Herr Dr. Tomazi ist spezialisiert auf die Anwendung der Stoßwellentherapie zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Die folgenden Einsatzgebiete sind am häufigsten zu beobachten:
Fersensporn und Fasziitis plantaris:
Seit Januar 2019 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen. Der stechende Schmerz unter der Ferse ist auf Entzündungen am Sehnenansatz zurückzuführen.
Tennisellenbogen:
In Fällen einer Überlastung der Strecksehnen am Unterarm wird diese Behandlung zur Schmerzlinderung eingesetzt. Der Tennisarm, medizinisch auch Epicondylus humeri, entsteht nicht nur durch Tennisspielen, sondern auch durch einseitige Belastungen im Alltag oder Beruf.
Schulterprobleme:
Die Stoßwellentherapie findet Anwendung bei der Kalkschulter. Kalkablagerungen an den Sehnenansätzen können durch die Stoßwellen in ihrer Größe reduziert werden. In der Folge besteht die Möglichkeit, dass der Körper diese Ablagerungen abbauen kann.
Weitere orthopädische Anwendungen:
- Achillessehnenbeschwerden (Achillodynie)
- Springerknie und Läuferknie am Knie
- Golferellenbogen
Weitere Behandlungsbereiche
Pseudoarthrosen:
Bei verzögert heilenden Knochenbrüchen kann die Behandlung die Bildung frischer Knochenzellen anregen. Insbesondere im Mittel- und Vorfußbereich besteht die Möglichkeit, dass der instabile Knochen so ausheilt.
Muskelverspannungen:
Verkürzte Muskelfasern und schmerzhafte Verhärtungen (Triggerpunkte) an der Wirbelsäule können durch die Behandlung adressiert werden. Die gesteigerte Durchblutung kann zur Auflösung der Verspannungen beitragen.
Außerhalb der Orthopädie:
Die Methode wurde ursprünglich für die Zertrümmerung von Nieren- und Gallensteinen entwickelt. In der Urologie findet sie seit 2010 bei erektiler Dysfunktion Anwendung, in der Kardiologie seit 2000 bei Angina Pectoris. Neurologen nutzen es bei Verschiedenen Hirn Erkrankungen, wie Alzheimer und Demenz.

Ablauf der Stoßwellentherapie — Was erwartet Sie?
Vor der Behandlung
Zunächst führt Herr Dr. Tomazi ein ausführliches Gespräch und untersucht den schmerzhaften Bereich. Bei Bedarf werden Röntgenbilder oder Ultraschalluntersuchungen angefertigt. In den meisten Fällen sind Computer- oder Kernspintomographien nicht erforderlich.
Entzündungshemmende Medikamente sollten etwa eine Woche vor der Behandlung abgesetzt werden.
Während der Sitzung
Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 12 und 15 Minuten. Ihr Arzt setzt den Schallkopf — ähnlich wie bei einer Ultraschalluntersuchung — auf die betroffene Region auf.
Die Frage, ob eine Stoßwellentherapie schmerzhaft ist, lässt sich wie folgt beantworten: Die Behandlung ist spürbar, aber in der Regel erträglich. Patienten berichten häufig von einer Empfindung, die mit leichten Stromstößen oder feinen Stichen verglichen werden kann. Die Energiestufe wird individuell an das Schmerzempfinden angepasst. Bei Bedarf ist eine örtliche Betäubung möglich.
In der Regel sind drei bis fünf Behandlungen im wöchentlichen Abstand vorgesehen. Die Anzahl der erforderlichen Maßnahmen ist dabei abhängig von der Art der Erkrankung sowie dem jeweiligen Behandlungsverlauf.
Nach der Behandlung
Nach der Sitzung sind Sie in der Regel sofort wieder arbeitsfähig und der Fuß oder die behandelte Region normal belastbar. Vorübergehend können auftreten:
- Leichte Rötung im Behandlungsbereich
- Überwärmung der Haut
- Selten: leichte Schwellung
- Sehr selten: vorübergehende Schmerzverstärkung
Eine Schonung für ein bis zwei Tage wird empfohlen. Im Rahmen einer Sehnenbehandlung, insbesondere an der Achillessehne, ist es ratsam, für einen Zeitraum von einigen Wochen auf Lauf- und Sprungsportarten zu verzichten. Während der Heilungsphase ist das Risiko eines Sehnenrisses leicht erhöht.
Kosten & Kostenübernahme — Was zahlt die Krankenkasse?
Gesetzliche Krankenversicherung
Die Kosten für Stoßwellentherapie werden von gesetzlichen Krankenkassen bei Fersenschmerzen durch Fasciitis plantaris oder bei Kalkschulter. Voraussetzungen für die Kostenübernahme:
- Beschwerden bestehen seit mindestens 6 Monaten
- Körperliche Aktivität ist eingeschränkt
- Konservative Therapie (Einlagen, Dehnübungen, Medikamente) blieb erfolglos
- Sie waren in den letzten zwei Quartalen mindestens einmal bei einem Fachärzt:in in Behandlung
Bei allen anderen Indikationen — Tennisarm, Hüfte oder Knie — handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Sie tragen die Kosten selbst.
Preise & Gebühren
Die Kosten für Stoßwellentherapie variieren je nach Behandlungsmethode:
- Fokussierte ESWT: 130 Euro pro Sitzung
- Radiale ESWT: 130 Euro pro Sitzung
Hinzu kommen Kosten für:
- Erste Ordinations Gebühren mit Klinisch Untersuchung und Indikationsstellung
Bei 3 bis 5 Sitzungen können sich die Gesamtkosten auf mehrere hundert Euro belaufen. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel nach vorheriger Rücksprache.
Erfolgsaussichten & Studienlage
Die Erfolgsrate der Stoßwellenbehandlung liegt je nach Krankheitsbild bei 60 bis 75 Prozent. Bei einer Vielzahl von Patienten zeigt sich nach einigen Wochen eine deutliche Besserung der Beschwerden. Die Stoßwellentherapie kann den Prozess der körpereigenen Regeneration fördern, wobei es jedoch zu berücksichtigen ist, dass dieser zeitintensiv ist.
Etwa 25 bis 40 Prozent der Patienten zeigen keine Reaktion auf die Behandlung mit Stoßwellentherapie. Bei anderen Patienten lassen die Schmerzsymptome zwar nach, eine vollständige Beschwerdefreiheit tritt jedoch nicht ein. Die Effekte manifestieren sich in der Regel erst nach einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten.
Nebenwirkungen, Risiken & Kontraindikationen
Mögliche Nebenwirkungen
Die Stoßwellentherapie Nebenwirkungen sind in der Regel mild und vorübergehend:
Häufig auftretend:
- Hautrötung im Behandlungsbereich
- Lokale Schmerzen während und nach der Behandlung
- Kleine Blutergüsse (Hämatome)
Selten:
- Vorübergehende Schmerzverstärkung für einige Tage
- Schwellung im therapierten Gewebe
- Bei Sehnenbehandlung: Erhöhtes Risiko für Sehnenriss bei zu früher Belastung
Absolute Kontraindikationen
In folgenden Fällen sollte keine Stoßwellenbehandlung durchgeführt werden:
- Blutgerinnungsstörungen
- Herzschrittmacher
- Schwangerschaft
- Bösartige Tumore im Behandlungsgebiet
- Akute Infektionen (Weichteile oder Knochen)
- Offene Wachstumsfugen bei Kindern
Stoßwellentherapie in ihrer Nähe
Achten Sie bei der Auswahl ihres Orthopäden darauf, dass die Praxis über moderne Stoßwellentherapie-Geräte verfügt und Erfahrung mit der Methode hat.
Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Verfügt die Praxis über fokussierte und/oder radiale Stoßwellengeräte?
- Welche Erfahrung hat das Team mit Ihrer spezifischen Erkrankung?
- Erhalten Sie eine ausführliche Beratung zu Erfolgsaussichten und Alternativen?
Ein schriftlicher Behandlungsvertrag sollte vor Beginn alle Leistungen, die Anzahl der Sitzungen und die Gesamtkosten eindeutig regeln.

Häufig gestellte Fragen zur Stoßwellentherapie
Wie schmerzhaft ist eine Stoßwellentherapie?
Die Behandlung wird von den meisten Patienten als spürbar, aber erträglich beschrieben. Das Schmerzempfinden ist vergleichbar mit leichten Stromstößen oder feinen Stichen im Behandlungsbereich. Die Intensität des Verfahrens wird von der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt individuell an die Schmerzempfindlichkeit der Patientin bzw. des Patienten angepasst. Zu Beginn wird mit einer niedrigen Energiestufe begonnen, die dann schrittweise gesteigert werden kann. Bei Patienten mit einer hohen Schmerzempfindlichkeit oder der Behandlung sensibler Bereiche kann eine örtliche Betäubung durchgeführt werden, ist jedoch in der Regel nicht erforderlich. Die während der Behandlung auftretenden Schmerzen klingen in der Regel schnell wieder ab. Die Schmerzwahrnehmung variiert jedoch von Patient zu Patient.
Wie viele Sitzungen sind notwendig und wie lange dauert eine Behandlung?
Für einen möglichen Behandlungserfolg sind in der Regel 3 bis 5 Sitzungen vorgesehen. Der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen beträgt 7 bis 10 Tage. Diese zeitliche Staffelung ermöglicht es Ihrem Körper, auf die gesetzten Reize zu reagieren. Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 10 und 15 Minuten, was die Behandlungszeit insgesamt sehr kurz hält. Der Behandlungserfolg wird nach etwa 3 bis 6 Monaten beurteilt. Diese Zeitspanne ist erforderlich, da die Stoßwellen körpereigene Reparaturprozesse anstoßen können, für die Zeit zur Entfaltung benötigt wird. Bei einigen Patienten zeigen sich bereits nach ein bis zwei Behandlungen erste Veränderungen, wobei die vollständigen Effekte erst nach Wochen auftreten können. Es kann keine Erfolgsgarantie gegeben werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Stoßwellentherapie?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung von Kalkschulter und Fersenschmerzen im Zusammenhang mit Fasciitis plantaris nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Beschwerden müssen seit mindestens 6 Monaten bestehen, die körperliche Aktivität muss eingeschränkt sein und konservative Therapieversuche (wie Einlagen, Dehnübungen oder Medikamente) müssen erfolglos geblieben sein. Zudem wird vorausgesetzt, dass Sie in den letzten zwei Quartalen mindestens einmal bei einem Fachärzt:in in Behandlung gewesen sind. Für alle anderen Anwendungsgebiete, wie Tennisellenbogen oder Achillessehnenbeschwerden, ist eine individuelle Gesundheitsleistung erforderlich, die Sie selbst bezahlen müssen. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel nach vorheriger Rücksprache. Vor Behandlungsbeginn ist eine schriftliche Kostenzusage einzuholen.
Wann zeigt sich die Wirkung der Stoßwellentherapie?
Die möglichen Effekte der Behandlung entfalten sich in mehreren Phasen. Es kann bereits nach ein bis zwei Behandlungssitzungen eine erste Veränderung der Schmerzsymptomatik beobachtet werden. Manche Patienten berichten von einer Erleichterung. Die vollständigen und nachhaltigen Effekte können sich jedoch über einen längeren Zeitraum von 3 bis 6 Monaten entwickeln. Dieser zeitliche Verlauf ist auf die Wirkweise der Methode zurückzuführen. Die Stoßwellen können körpereigene Reparaturvorgänge anstoßen, den Stoffwechsel aktivieren und die Durchblutung anregen. Bitte beachten Sie, dass diese biologischen Prozesse Zeit in Anspruch nehmen. Geduld ist daher ein wichtiger Faktor. Sollten nach drei Sitzungen keine Veränderungen eingetreten sein, wird Ihr:e Ärzt:in mit Ihnen alternative Behandlungsmöglichkeiten besprechen. In etwa 25 bis 40 Prozent der Fälle ist keine positive Reaktion auf die Behandlung zu verzeichnen.
Für wen ist die Stoßwellentherapie nicht geeignet?
In Fällen absoluter Kontraindikationen ist eine Behandlung nicht durchführbar. Zu den möglichen Komplikationen zählen Blutgerinnungsstörungen, die durch die Stoßwellen verursacht werden können. Patienten mit Herzschrittmachern dürfen ebenfalls nicht behandelt werden, da die mechanischen Impulse die Funktion des Geräts stören könnten. Aus Sicherheitsgründen ist die Methode während der Schwangerschaft nicht zulässig. Weitere Ausschlusskriterien sind bösartige Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet, akute Infektionen von Knochen oder Weichteilen sowie offene Wachstumsfugen bei Kindern und Jugendlichen. Bestimmte Körperregionen, wie Lungengewebe, Darm, große Blutgefäße und Rückenmark, dürfen generell nicht mit Stoßwellen behandelt werden. Sollten Sie Unsicherheiten haben, steht Ihnen Ihr Orthopäde oder Ihre Orthopädin für ein ausführliches Vorgespräch zur Verfügung, in dem er oder sie die Eignung der Behandlung für Sie klärt.
Was ist der Unterschied zwischen fokussierter und radialer Stoßwellentherapie?
Die beiden Behandlungsformen unterscheiden sich grundlegend in ihrer Wirkweise und ihren Einsatzgebieten.
Die fokussierte Stoßwellentherapie nutzt hochenergetische Wellen, die auf einen präzise definierten Punkt gerichtet werden. Die Eindringtiefe beträgt bis zu 15 Zentimeter, wodurch auch tiefliegende Strukturen wie Kalkablagerungen in der Schulter oder verzögert heilende Knochenbrüche erreicht werden können. Die Durchführung dieser Methode erfolgt mit speziell dafür entwickelten Geräten, die häufig über integrierte Ultraschall- oder Röntgenkontrollen verfügen.
Die radiale Stoßwellentherapie hingegen ist energieärmer und die Wellen breiten sich flächiger aus. Ihre Hauptwirkung entfaltet sie an der Hautoberfläche sowie in den oberflächlichen Gewebeschichten. Diese Variante findet insbesondere bei Fersensporn, Muskelverspannungen oder oberflächlichen Sehnenreizungen Anwendung. Die Auswahl der geeigneten Methode hängt von der Art Ihrer Erkrankung sowie der Tiefe der betroffenen Struktur ab.
Kann ich nach der Behandlung sofort wieder Sport treiben?
Nach der Behandlung sind Sie grundsätzlich sofort wieder arbeitsfähig und können Alltagsaktivitäten normal ausführen. Bei sportlichen Aktivitäten ist jedoch Vorsicht geboten. Für Sehnenbehandlungen — insbesondere an der Achillessehne — empfehlen Ärzt:innen in der Regel eine sportliche Auszeit von zwei bis sechs Wochen. Der Grund dafür ist, dass die Stoßwellen Reparaturprozesse im Sehnengewebe in Gang setzen können. In der Folge kann die Sehne vorübergehend geschwächt sein. In dieser Phase ist das Risiko eines Sehnenrisses oder Teilrisses leicht erhöht. Aus diesem Grund sollten Sie Lauf- und Sprungsportarten unbedingt vermeiden. Leichte Belastungen wie Radfahren oder Schwimmen sind in der Regel früher wieder möglich. Bei der Behandlung von Knochenbrüchen oder Pseudoarthrosen kann eine längere Ruhigstellung und Entlastung notwendig sein. Nach der ersten Sitzung bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die detaillierten Verhaltensregeln individuell mit Ihnen.


