Wenn chronische Schmerzen Ihren Alltag beeinträchtigen oder eine schwere Erkrankung Ihre Lebensqualität einschränkt, sind Sie auf der Suche nach wirkungsvollen Lösungen. Die Stammzellentherapie nutzt das körpereigene Regenerationspotenzial, um geschädigtes Gewebe zu erneuern, und eröffnet Ihnen möglicherweise neue Perspektiven. Ob bei Gelenkbeschwerden, Blutkrankheiten oder anderen Erkrankungen: Die Stammzelltherapie entwickelt sich stetig weiter und eröffnet Ihnen Chancen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. In unserer Praxis begleitet Sie Dr. Tomazi mit seiner langjährigen Erfahrung auf diesem Weg.
Was ist Stammzellentherapie? – Die Grundlagen verstehen
Bei der Stammzellenbehandlung werden Zellen eingesetzt, um geschädigtes oder erkranktes Gewebe zu regenerieren. Stammzellen sind körpereigene Zellen mit außergewöhnlichen Eigenschaften: Sie können sich teilen, erneuern und zu verschiedenen Zelltypen entwickeln.
Zwei Haupttypen von Stammzellen werden unterschieden:
- Embryonale Stammzellen: Sehr vielseitig entwicklungsfähig (pluripotent), jedoch mit ethischen Fragestellungen und regulatorischen Einschränkungen verbunden.
- Postnatale (nicht-embryonale) Stammzellen: Diese werden nach der Geburt gewonnen und umfassen sowohl adulte Stammzellen aus dem erwachsenen Körper (z. B. aus Knochenmark, peripherem Blut oder Fettgewebe) als auch Stammzellen aus perinatalen Quellen wie Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe. Nabelschnurblut enthält vor allem hämatopoetische Stammzellen, während das Nabelschnurgewebe reich an mesenchymalen Stammzellen (MSCs) ist, die insbesondere aufgrund ihrer regenerativen und immunmodulatorischen Eigenschaften von Interesse sind.
Autologe vs. allogene Transplantation
Autologe Transplantation: Ihre eigenen Stammzellen werden entnommen, aufbereitet und wieder eingesetzt. Dies minimiert Abstoßungsreaktionen.
Allogene Transplantation: Sie erhalten Stammzellen von einem passenden Spender. Diese Methode kommt vor allem bei schweren Bluterkrankungen zum Einsatz und erfordert eine sorgfältige Abstimmung der Gewebemerkmale.
Als alternative Quelle können auch Stammzellen aus Nabelschnurgewebe oder Nabelschnurblut verwendet werden, die aufgrund ihrer immunologischen Eigenschaften häufig eine bessere Verträglichkeit aufweisen und geringere Anforderungen an die Gewebeübereinstimmung stellen.
Etablierte Anwendungsgebiete – Hier ist die Stammzellentherapie bereits bewährt
Blutstammzelltransplantation bei Krebserkrankungen
Seit Jahrzehnten werden Blutstammzellen erfolgreich zur Behandlung von Leukämien, Lymphomen und Multiplen Myelomen eingesetzt. Nach einer hochdosierten Chemotherapie, die das erkrankte Knochenmark zerstört, können gesunde Stammzellen das blutbildende System wieder aufbauen. In Europa werden jährlich mehr als 26.000 Patienten mit dieser Methode behandelt.
Hautstammzellen bei schweren Verbrennungen
Seit den 1980er Jahren können Ärzt:innen aus körpereigenen Hautstammzellen neue Haut züchten. Dadurch ist die Behandlung großflächiger Verbrennungen möglich, auch wenn die regenerierte Haut zunächst noch nicht alle Funktionen, wie beispielsweise Haarfollikel oder Schweißdrüsen, besitzt.
Hornhaut-Regeneration am Auge
Im Jahr 2015 wurde mit Holoclar® die erste stammzellbasierte Therapie zur Reparatur von Hornhautschäden in Europa zugelassen. Limbale Stammzellen können die Hornhaut nach Verätzungen oder Verletzungen wiederherstellen und Patienten somit ihr Sehvermögen zurückgeben.
Stammzellentherapie bei Arthrose und orthopädischen Erkrankungen
Ein besonders vielversprechendes Anwendungsgebiet ist die Orthopädie. Die Stammzellentherapie bei Arthrose gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie eine Alternative zu operativen Eingriffen darstellen kann.
Wie funktioniert die Arthrosebehandlung mit Stammzellen?
Im Rahmen einer Stammzellentherapie für das Knie oder andere Gelenke werden Ihnen mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark oder dem Fettgewebe entnommen. Diese Zellen besitzen die Fähigkeit, sich zu Knochen-, Knorpel- oder Muskelzellen zu entwickeln. Nach der Aufbereitung injiziert Dr. Tomazi die Stammzellen direkt in das betroffene Gelenk.
Die Wirkung erfolgt auf mehreren Ebenen:
- Regeneration des geschädigten Knorpels
- Hemmung von Entzündungsprozessen
- Freisetzung von Wachstumsfaktoren
- Verbesserung der Gelenkfunktion
Behandelbare Gelenkerkrankungen
Die Arthrosebehandlung mit Stammzellen kann bei verschiedenen Gelenken angewendet werden:
Kniearthrose: Die bisherigen Erfahrungen mit der Stammzellentherapie am Kniegelenk zeigen, dass es bei vielen Patienten zu einer Verbesserung von Schmerzen und Beweglichkeit kommen kann. In klinischen Studien und Fallserien wird häufig über deutliche Beschwerdelinderungen und funktionelle Verbesserungen berichtet. Die Behandlungsergebnisse sind jedoch individuell sehr unterschiedlich und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Arthrose, dem Alter, dem Aktivitätsniveau sowie den biologischen Voraussetzungen des Patienten. Daher sind auch geringere Therapieeffekte oder ein Ausbleiben der gewünschten Verbesserung möglich.
Hüftarthrose: Auch bei Hüftarthrose werden zunehmend Studien durchgeführt, die auf eine mögliche Schmerzlinderung hindeuten.
Weitere Gelenke: Schulter-, Sprunggelenk-, Ellbogen-, Sattelgelenk- und Handgelenkarthrose können ebenfalls behandelt werden.
Erfahrungen aus der klinischen Praxis
Die Erfahrungen mit der Stammzellentherapie bei Arthrose sind vielversprechend. Viele Patienten berichten von einem reduzierten Schmerzmittelbedarf, einer besseren Beweglichkeit und einem verzögerten Krankheitsfortschritt. In manchen Fällen konnte eine geplante Gelenkoperation aufgeschoben oder sogar verhindert werden.

Weitere Einsatzgebiete in der Forschung
Neurologische Erkrankungen
Die Stammzellentherapie bei Multipler Sklerose (MS) wird intensiv erforscht. In einer Studie stabilisierte oder verbesserte sich der Zustand von 22 der 24 Teilnehmer über einen Zeitraum von vier Jahren. Die Therapie könnte verborgene Entzündungen im Gehirn reduzieren und die Reparatur von Nervenhüllen anregen.
Auch bei der Parkinson-Krankheit zeigen frühe Studien positive Signale. 20 Patienten berichteten von Verbesserungen der kognitiven Funktionen, der Stimmung und der Sprache.
Rückenmarksverletzungen und Bandscheibenschäden
Bei Querschnittslähmungen und Bandscheibe-Problemen laufen experimentelle Studien. Die Kombination aus Stammzellgabe und neurofunktionellem Training mit Roboter-Exoskeletten zeigt vielversprechende Ansätze.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes
Mesenchymale Stammzellen werden bei Herzinfarkt und kritischer Extremitätenischämie getestet. Auch für Typ-1-Diabetes laufen klinische Studien, bei denen aus pluripotenten Stammzellen insulinproduzierende Zellen hergestellt werden.
Ablauf einer Stammzellentherapie – Was Sie erwartet
Voruntersuchung und Beratung
Zunächst klärt Dr. Tomazi in einem ausführlichen Gespräch, ob die Therapien für Sie geeignet sind. Dabei werden Ihr Gesundheitszustand, die Schwere Ihrer Erkrankung und Ihre individuellen Ziele berücksichtigt.
Stammzellentnahme
Aus dem Knochenmark: Unter lokaler Betäubung wird durch eine Punktion am Beckenknochen Knochenmark entnommen. Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten.
Aus dem Blut: Nach der Gabe von Wachstumsfaktoren werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren (Leukapherese) aus Ihrem Blut gefiltert.
Aus Fettgewebe: Eine kleine Menge Fettgewebe wird entnommen und die enthaltenen Stammzellen isoliert.
Aufbereitung und Konzentration
Im Labor werden die Stammzellen gereinigt, konzentriert und für die Anwendung vorbereitet. Dieser Prozess kann am selben Tag oder, bei gefrorener Lagerung, zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Transplantation bzw. Injektion
Bei orthopädischen Anwendungen: Die aufbereiteten Stammzellen werden unter Ultraschallkontrolle präzise in das betroffene Gelenk injiziert. Der ambulante Eingriff dauert etwa eine Stunde.
Nachsorge und Heilungsverlauf
Bei orthopädischen Anwendungen können Sie in der Regel noch am selben Tag nach Hause gehen. Die volle Wirkung entfaltet sich jedoch erst nach mehreren Wochen bis Monaten. Kontrolltermine überwachen den Heilungsverlauf.
Risiken und Nebenwirkungen – Was Sie wissen sollten
Allgemeine Risiken
Die Nebenwirkungen hängen stark von der Art der Anwendung ab:
Bei autologen Stammzellinjektionen (Gelenke):
- Lokale Schmerzen an der Entnahme- oder Injektionsstelle
- Schwellung oder Bluterguss
Bei allogenen Transplantationen (Blutkrankheiten):
- Infektionsgefahr durch geschwächtes Immunsystem
- Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD): Die Spenderzellen greifen den Empfängerorganismus an
- Organschädigungen durch die Chemotherapie
- Risiko der Tumorbildung (sehr selten)
Kosten und Kostenübernahme – Finanzielle Aspekte
Kosten für Stammzellentherapie
Die Kosten für Stammzellentherapie variieren stark je nach Anwendungsgebiet:
Die Kosten für Stammzellentherapie am Knie oder anderen Gelenken liegen typischerweise im mittleren vierstelligen Bereich. Diese Stammzellentherapiekosten werden in Österreich von den Zusatzversicherungen häufig mitbezahlt, leider meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Kostenübernahme für Stammzellentherapie bei Arthrose
Eine Kostenübernahme für eine Stammzellentherapie bei Arthrose durch die gesetzlichen Krankenkassen ist derzeit noch die Ausnahme. In Einzelfällen kann jedoch eine Kostenübernahme beantragt werden, insbesondere, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft wurden oder wenn es verbunden ist mit einem Unfall.
Private Krankenversicherungen zeigen sich zunehmend offener für innovative Therapien.
Transparenz und Beratung
In unserer Praxis erhalten Sie eine detaillierte Kostenaufstellung sowie Unterstützung bei der Kommunikation mit Ihrer Krankenkasse. Denn die finanzielle Planung ist ein wichtiger Bestandteil einer verantwortungsvollen Patientenbetreuung.
Seriöse Anbieter erkennen – Ihre Sicherheit steht an erster Stelle
Qualitätsmerkmale seriöser Anbieter
Achten Sie auf diese Faktoren:
- Zertifizierung und behördliche Zulassungen
- Transparente Darstellung von Erfolgsraten und Risiken
- Einbindung in klinische Forschung
- Ausführliche Aufklärung und Dokumentation
- Realistische Erwartungen statt übertriebener Versprechungen

Häufig gestellte Fragen zur Stammzellentherapie
Was kostet eine Stammzellentherapie bei Kniearthrose in Österreich?
Die Kosten für eine Stammzellentherapie am Knie in Österreich bewegen sich typischerweise in einer Bandbreite von mehreren tausend Euro. Der genaue Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab: der verwendeten Methode (Knochenmark- oder Fettgewebsentnahme), der Anzahl der notwendigen Behandlungssitzungen und dem Umfang der begleitenden Diagnostik. Zusätzliche Kosten können für Voruntersuchungen, bildgebende Verfahren und Nachkontrollen anfallen. Eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen für eine Stammzellentherapie bei Arthrose erfolgt derzeit nur in Ausnahmefällen, da diese Behandlung noch nicht als Standardtherapie etabliert ist. Private Versicherungen prüfen Einzelfälle unterschiedlich. Für eine konkrete Kosteneinschätzung sollten Sie ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren.
Welche Nebenwirkungen hat die Stammzellentherapie am Knie?
Die Nebenwirkungen der orthopädischen Stammzellenbehandlung am Knie sind in der Regel mild, da körpereigene Zellen verwendet werden. Am häufigsten treten lokale Beschwerden an der Entnahmestelle auf: vorübergehende Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüsse, entweder am Beckenkamm bei einer Knochenmarkentnahme oder am Bauch bei einer Fettgewebsentnahme. Im behandelten Kniegelenk selbst kann es zu einer vorübergehenden Zunahme der Schmerzen oder Schwellungen kommen, die in der Regel innerhalb weniger Tage abklingen. Infektionen sind bei steriler Arbeitsweise sehr selten. Allergische Reaktionen auf die Stammzellpräparation sind praktisch ausgeschlossen, da es sich um körpereigenes Material handelt. Im Gegensatz zu Stammzelltransplantationen bei Blutkrankheiten besteht bei der lokalen Gelenkinjektion kein Risiko für schwere systemische Nebenwirkungen oder Abstoßungsreaktionen. Schwerwiegende Komplikationen sind in der wissenschaftlichen Literatur bisher nicht dokumentiert.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Stammzellentherapie bei Arthrose?
Die Kosten für eine Stammzellentherapie zur Arthrosebehandlung werden von den Krankenkassen derzeit in den meisten Fällen nicht übernommen, da diese Behandlung noch nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört. Die Methode gilt als innovative Therapieform, für die zwar vielversprechende Studienergebnisse vorliegen, die aber noch nicht als medizinischer Standard anerkannt ist. In begründeten Einzelfällen, beispielsweise wenn alle konservativen Behandlungsansätze ausgeschöpft sind und eine Operation vermieden werden könnte, kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Erfolgsaussichten hängen von der individuellen Situation und der Kulanz der jeweiligen Kasse ab. Private Krankenversicherungen prüfen Anträge einzelfallabhängig und zeigen sich teilweise aufgeschlossener. Einige innovative Versicherungstarife schließen experimentelle Behandlungsmethoden explizit ein. In jedem Fall ist eine vorherige Anfrage mit ausführlicher ärztlicher Begründung ratsam.
Wie läuft die Behandlung von Knorpelschäden mit Stammzellen ab?
Die Behandlung von Knorpelschäden mit Stammzellen erfolgt in mehreren Schritten und wird ambulant durchgeführt. Zunächst wird eine gründliche Diagnostik mit klinischer Untersuchung, Röntgen und in den meisten Fällen auch MRT durchgeführt, um das Ausmaß des Knorpelschadens zu beurteilen. Am Behandlungstag entnimmt der Arzt unter lokaler Betäubung eine kleine Menge Knochenmark aus dem Beckenknochen oder Fettgewebe aus dem Bauchbereich. Diese Entnahme dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Anschließend werden die Stammzellen im Labor mittels Zentrifugation konzentriert und von anderen Blutbestandteilen getrennt. Das gesamte Aufbereitungsverfahren erfolgt steril und dauert 60 bis 90 Minuten. Die konzentrierten Stammzellen werden dann unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle präzise in das geschädigte Gelenk injiziert. Der gesamte Prozess von der Entnahme bis zur Injektion findet in der Regel am selben Tag statt. Nach der Behandlung sollten Sie das Gelenk für einige Tage schonen, können aber in der Regel direkt nach Hause gehen.


